Oktober 03, 2018

Die Produktpalette von Tabak für die Wasserpfeife ist groß. Im Folgenden soll aufgezeigt werden, aus welchen Substanzen sich die Produkte grundlegend zusammensetzen, welche Zusatzstoffe enthalten sind und welche Unterschiede es zwischen Erzeugnissen aus Deutschland und anderen Ländern gibt. 

Die Vielfalt der Sorten 

Die unterschiedlichen Sorten von Rauchmitteln für eine Shisha erscheinen endlos. Jede Sorte hat einen anderen Geruch sowie Geschmack. Sehr beliebte Sorten sind klassische fruchtige Produkte in den Geschmacksrichtungen Apfel, Doppel-Apfel, Kirsche, Traube, Multifrucht, Pfirsich, sowie Honig- und Wassermelone. Besonders die fruchtigen Produkte sind sehr intensiv und entwickeln ein schmackhaftes Geruchs- und Geschmackserlebnis. Wer es etwas spezieller mag, greift zu Sorten wie Schokolade, Rose, Lakritz, Kokosnuss, Karamell Pfefferminz oder Cappuccino. Der Produktvielfalt ist kaum eine Grenze gesetzt. Die Industrie entwickelt stetig neue Produkte, die auch in ungewöhnlichen Geschmacksrichtungen wie Basilikum und Bier erhältlich sind. Um als Einsteiger nicht komplett überfordert zu sein, empfiehlt es sich den Wasserpfeifen-Tabak nach dem grundlegenden Geschmack auszuwählen. Wer sehr gerne Erdbeeren isst, wird höchst wahrscheinlich auch die Sorte Erdbeere als schmackhaft bewerten. 

Die Grundsubstanz des Wasserpfeifen-Tabaks 

Rauchmittel für die Wasserpfeife unterscheiden sich vor allem im Bezug auf die Konsistenz von anderen Tabaksorten. Erzeugnisse für Zigaretten, Zigarren und Pfeifen sind grundsätzlich eher trocken, während Produkte für die Shisha eher feucht sind. Die Masse des Shisha-Tabaks besteht hauptsächlich aus der Rohmasse, Glycerin, Melasse und aus dem sortenabhängigen Aroma. 

Arabischer Shisha-Tabak 

Das Shisha-Rauchen ist traditioneller Bestandteil arabischer Kulturen. Der Wasserpfeifen-Konsum, wie wir ihn heute kennen, entwickelte sich vermutlich im 16. Jahrhundert in Ägypten. Auch heute ist er fester Bestandteil der Kultur und ein Ausdruck von Gastfreundlichkeit. Daher ist es nicht verwunderlich, dass viele Produzenten in diesem Raum ansässig sind. In arabischen Ländern werden neben aromatisierten Tabaksorten auch Produkte ohne Aroma konsumiert. Letzterer ist deutlich stärker. Zusätzlich wird Tabak in unterschiedliche Qualitätsstufen eingeteilt. Während herkömmlicher Shisha-Tabak einen Feuchtegehalt von 20 Prozent aufweist, liegt die Feuchtigkeit bei Edeltabak bereits bei 35 %. 

Deutscher Shisha-Tabak 

Auf dem deutschen Markt wird Shisha-Tabak nicht aufgrund der jeweiligen Geschmacksrichtung, sondern viel mehr anhand des Produktionslandes der Sorten unterschieden. Dabei werden die Produkte in einheimische Erzeugnisse und ausländische Erzeugnisse getrennt. Die Zusammenstellung und Konsistenz beider Sorten ist vergleichbar. Grundsätzlich ist in Deutschland produzierter Wasserpfeifen-Tabak recht trocken, wohingegen ausländische Produkte recht feucht sind. Die deutsche Tabak-Verordnung schreibt vor, dass Shisha-Produkte einen Feuchtigkeitsgehalt von über 5 Prozent nicht übersteigen dürfen. Allerdings bevorzugen Konsumenten Tabaksorten mit höherem Feuchtigkeitsgehalt, da dadurch mehr Rauch erzeugt wird. Daher greifen Shisha-Raucher häufig selbstständig zu Melasse und Glycerin, um ihrem Tabak selbstständig mit mehr Feuchtigkeit zu versehen. Melasse ist Sirup des Zuckerrohrs. Es spendet Feuchtigkeit und gibt dem Geschmack eine süßlichere Note. Glycerin ist in jeder Apotheke erhältlich und beeinflusst die Bildung von Rauch positiv. Tabaksorten, die in Deutschland verkauft werden, dürfen kein Taurin oder Koffein enthalten. Zudem ist der Zusatz von Vitamin-Komplexen verboten. 

Nikotingehalt in Shisha-Tabak 

Der Nikotingehalt von Shisha-Tabak liegt deutlich unterhalb der Menge von Zigaretten oder Zigarren. Bei einer Untersuchung des Bayrischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit wurden vierzehn Proben auf ihren Nikotingehalt überprüft. Der Durchschnittswert aller Proben ergab einen Gehalt an Nikotin von 0,26 Prozent. Im Vergleich: Andere Tabakerzeugnisse enthalten 1 bis 2,5 Prozent Nikotin. 

Farb- und Konservierungsstoffe in Shisha-Tabak 

Die deutsche Tabak-Verordnung legt Grenzwerte für Farb- und Konservierungsstoffe für Shisha-Tabaksorten fest. Erzeugnisse, deren Inhaltsstoffe oberhalb dieser Grenzwerte liegen, dürfen hierzulande nicht verkauft werden. Von 15 Wasserpfeifen-Sorten, die im Labor getestet wurden, enthielten 13 Konservierungsstoffe. Diese lagen hauptsächlich als Sorbin- und/oder Benzoesäure vor. Der Gehalt lag zwischen 0,2 und 1,1 Gramm pro Kilogramm Trockenmasse und somit unterhalb der von der Tabak-Verordnung geforderten Grenzwerte. 
Der Einsatz von Farbstoffen in Tabakerzeugnissen ist in Deutschland unzulässig. Von insgesamt 31 untersuchten Erzeugnissen wiesen 5 eine auffällige Färbung auf. Jedes der auffälligen Produkte wurde positiv auf synthetisch hergestellte Farbstoffe getestet. Bei fast allen handelte es sich um Schmuggelware. Um den Einsatz von Farbstoffen in Wasserpfeifen-Tabak weiter einzuschränken, werden stetig weitere Untersuchungen durchgeführt. 

Sonstige Inhaltstoffe von Shisha-Tabak 

Im Gegensatz zu herkömmlichen Tabak-Erzeugnissen für Pfeifen, Zigarren oder Zigaretten sind Rauchmittel für die Wasserpfeife deutlich stärker aromatisiert. Sie enthalten zuckerhaltige Stoffe wie Sirup und/oder Honig. Der durchschnittliche Zuckergehalt liegt bei 45 Prozent. Zuckermoleküle sind in Form von Saccharose, Fructose und Glucose vorhanden. Generell gilt: Je höher der Feuchtigkeitsgehalt einer Sorte, desto weniger Zuckermittel enthält sie. Untersuchter Shisha-Tabak erhielt keine durch die Tabak-Verordnung verbotenen Aromastoffe wie Thujon, Safrol oder Campher.