Oktober 03, 2018

Das Rauchen der Shisha, auch Wasserpfeife genannt, ist besonders bei jungen Menschen sehr beliebt. Vor allem in den Frühjahrs- und Sommermonaten verbreiten die Shishas in Parks und an öffentlichen Plätzen einen angenehmen Duft. Aber auch in den kälteren Jahreszeiten locken zahlreiche Shisha-Bars eine stetig wachsende Zahl an Konsumenten an. Jeder zweite Zehntklässler hat bereits Shisha-Tabak konsumiert. Gerade im Vergleich zu herkömmlichen Zigaretten-Dampf ist es der sehr süßliche Geruch und das angenehme leise Blubber-Geräusch, das sehr gemütlich und einladend wirkt. Viele Konsumenten sind nach wie vor der Meinung, das die Verwendung gesundheitlich unbedenklich ist. Doch auch Wasserpfeifen-Konsum kann erhebliche Schäden auf die Gesundheit haben, die im Folgenden aufgearbeitet werden. 

Die Pfeife als Überträger von Krankheiten
Das Qualmen einer Shisha ist in der Regel ein sehr geselliger Akt. Dabei sitzen mehrere Menschen um eine Wasserpfeife herum und teilen sich meist das gleiche Mundstück. Nach jedem Zug an diesem Mundstück bleiben Speichelreste zurück. Über den Speichel können zahlreiche Krankheiten übertragen werden, die gesundheitlich bedenklich sind. So können sich Konsumenten, die das gleiche Zubehör verwenden, gegenseitig mit Krankheiten wie Herpes, Gelbsucht und Tuberkulose infizieren, die ihrerseits zu erheblichen Folgen führen können.

Kohlenmonoxid-Vergiftung durch Shisha-Konsum 
Ein sehr extremes Risiko, an welches viele Konsumenten beim Genuss von Shisha-Tabak nicht denken, ist die Kohlenmonoxid-Vergiftung. Dieses Risiko ist besonders bei Shisha-Konsum innerhalb von Räumen gesundheitliche Risiken. Durch das Verbrennen der Shisha-Kohle, die zum Konsum obligatorisch ist, steigt der Gehalt an Kohlenmonoxid in der Atemluft massiv an. Was es außerdem sehr gefährlich macht: Es ist geruchsneutral und unsichtbar. Erste Anzeichen einer solchen Vergiftung, wie Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit, werden von den Konsumenten oftmals falsch gedeutet. Dabei ist Kohlenmonoxid ein sehr schädliches Atemgift, dessen Einatmung schwerwiegende Folgen nach sich ziehen kann. Erst einmal eingeatmet, gelangt Kohlenmonoxid über den Lungenkreislauf ins Blut. Dort heftet es sich an die roten Blutkörperchen. Die Andockstelle für das Atemgift ist das sogenannte Hämoglobin. Hämoglobin ist der Blutfarbstoff der roten Blutkörperchen. Er ist Hauptverantwortlicher für den Sauerstofftransport. Dabei übersteigt die Bindungsfähigkeit von Kohlenmonoxid die von Sauerstoff immens. In der Folge kann nicht mehr ausreichend Sauerstoff transportiert werden. Bei Verdacht auf eine solche Vergiftung sollte unbedingt der Raum verlassen und der Betroffene mit frischer Luft versorgt werden, um mögliche Schäden zu vermeiden. Wird zu viel Kohlenmonoxid eingeatmet, kann dies zum Verlust des Bewusstseins führen. In diesem Fall sollte der Betroffene in die stabile Seitenlage gebracht werden. Grundsätzlich stellt eine solche Vergiftung einen medizinischen Notfall dar, weshalb auf jeden Fall so schnell wie möglich ein Notruf erfolgen sollte. Besonders starke Vergiftungen mit Kohlenmonoxid enden tödlich. 

Weitere Risiken des Shisha-Rauchens
Auch beim Shisha-Rauchen wird Nikotin inhaliert. Nikotin ist ein starkes Nervengift. Es macht abhängig, kann schwerwiegende Schäden auf die Gesundheit haben und krank machen. Durch den Konsum von Nikotin besteht nicht nur das Risiko einer Suchterkrankung, es kann außerdem zu Atemwegsinfekten, Hustenreiz und Lungenentzündungen führen. Zudem wirkt Nikotin krebserregend und ist daher, vor allem bei langfristigem und regelmäßigem Konsum, extrem schädlich.
Hinweise auf den Verpackungen von Shisha-Tabak wie „Enthält 0 Prozent Teer“ sind irreführend. Auch beim Shisha-Rauchen gelangt Teer in die Lunge, denn dieses Produkt wird beim Verbrennen durch die Shisha-Kohle hergestellt. Teer verklebt die kleinsten Lungenbläschen, die sogenannten Alveolen, die für den Gasaustausch essenziell sind. Langfristiger Konsum kann daher laut Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung zu einer drastischen Einschränkung der Lungenfunktion führen.
Ein weiteres Risiko stellt das Passivrauchen dar. Wie auch beim Konsum von Zigaretten, schädigt Shisha-Rauch Menschen die gar nicht bewusst konsumieren, sondern sich in der Nähe des Qualms aufhalten. Dies ist besonders in Räumlichkeiten sehr gefährlich, da auch Passivrauchen krank machen kann und langfristig die Lunge und das Herz schädigt.

Ist Shisha-Rauchen weniger schädlich als der Konsum von Zigaretten?
Diese Frage muss kann klar mit einem Nein beantwortet werden. Auch wer Wasserpfeife raucht, konsumiert Tabak. Dieser enthält spezifische Stoffe wie Aldehyde und Nitrosamine deren Konsum sehr schädlich ist. Auch diese Substanzen haben eine krebserregende Wirkung. Im Vergleich zur herkömmlichen Zigarette werden die Inhaltsstoffe des Shisha-Tabaks nicht verbrannt sondern verschwelt. Bei diesen Temperaturen entwickeln sich giftige Stoffe wie Acetaldehyd, Benzol oder Acrolein. Außerdem hat der Shisha-Tabak viele Zusatzstoffe, wie Zuckerstoffe und Feuchtehaltemittel. Auch bei der Verschwelung dieser Substanzen entstehen gefährliche Stoffe. Einige Ärzte sind sogar der Meinung, dass der Konsum von Shisha-Tabak schädlicher ist als herkömmliches Rauchen.